KI in der HR
22.1.2026
Beim gemeinsamen Abend von Pavelka-Denk und DORDA stand ein Thema im Mittelpunkt, das HR-Abteilungen aktuell wie kaum ein anderes beschäftigt: Künstliche Intelligenz in der HR – ihre Chancen, Risiken und die Notwendigkeit klarer Leitlinien. Unter dem Titel „KI in HR – Legal als Game Changer“ diskutierten HR-Expert:innen, Führungskräfte und Jurist:innen über konkrete Anwendungsfälle, rechtliche Rahmenbedingungen und strategische Erfolgsfaktoren.
KI in der HR: Von der Vision zur Praxis
Hermann Pavelka-Denk, Gründer und Geschäftsführer der Pavelka-Denk GmbH, zeigte praxisnah, wie Künstliche Intelligenz bereits heute in der HR eingesetzt wird. Die Bandbreite reicht von automatisierten Recruiting-Workflows über intelligente Vorauswahlprozesse bis hin zur Nutzung generativer KI im Personalmanagement.
Dabei wurde deutlich: KI ist längst keine Zukunftsmusik mehr, sondern Realität in vielen Organisationen. Sie steigert Effizienz, unterstützt datenbasierte Entscheidungen und eröffnet neue Möglichkeiten in der Kandidat:innenansprache sowie in internen HR-Prozessen.
Doch mit der technologischen Innovation wachsen auch die Anforderungen an Transparenz, Fairness und rechtliche Absicherung.
3 zentrale KI-Herausforderungen aus der Praxis
Im Zentrum des Abends standen drei konkrete Praxis-Cases, die die Rolle von Legal als strategischen Partner verdeutlichten.
KI-Bias im Recruiting
Automatisierte Recruiting-Tools können – wenn sie auf historischen Daten basieren – bestehende Diskriminierungsmuster verstärken. Die Präsentation zeigte klar: Der arbeitsrechtliche Gleichbehandlungsgrundsatz muss gewahrt bleiben, insbesondere vor dem Hintergrund der Beweislastumkehr im Diskriminierungsrecht.
Die Lösung liegt in transparenter Dokumentation, nachvollziehbaren Entscheidungsprozessen und einer engen Zusammenarbeit zwischen HR und Legal. So wird nicht nur das Risiko minimiert, sondern auch die Fairness und Skalierbarkeit des Recruiting-Prozesses erhöht.
Mitbestimmung & neue HR-Systeme
Die Einführung neuer HR-Systeme – insbesondere KI-gestützter Tools – wirft regelmäßig Fragen zur Mitbestimmung auf. Themen wie die Reichweite der Mitbestimmung, die Abgrenzung zwischen Kontrolle und Organisation sowie Gestaltungsspielräume in Betriebsvereinbarungen standen im Fokus.
Hier wurde deutlich: Alte Normen treffen auf neue Technologien. Missverständnisse und Verzögerungen lassen sich jedoch vermeiden, wenn Legal frühzeitig eingebunden wird und als „Übersetzer“ zwischen Technik, HR und Betriebsrat fungiert.
Generative KI & AI-Policies
Ein besonders aktuelles Thema war der Einsatz von Tools wie ChatGPT im Unternehmenskontext. Viele Mitarbeiter:innen nutzen generative KI bereits im Arbeitsalltag – häufig ohne klare Richtlinien.
Die Risiken reichen von Datenschutzverletzungen über Haftungsfragen bis hin zum Know-how-Abfluss.
Gleichzeitig bietet generative KI enormes Potenzial für Effizienzsteigerung und Wissensmanagement.
Die zentrale Botschaft: Unternehmen brauchen klare AI-Governance-Strukturen, definierte Spielregeln und gezielte Schulungen. Arbeitsrechtliche Aspekte wie Weisungsrecht, zulässige Einschränkungen und Verantwortung für Arbeitsmittel bilden dabei einen wichtigen Rahmen.
Rechtssicherheit als Wettbewerbsvorteil
Ein roter Faden des Abends war die klare Positionierung: Rechtssicherheit ist kein Innovationshemmnis – sondern ein Wettbewerbsvorteil.
Die frühzeitige Einbindung des Legal-Teams in KI-Entwicklungs- und Implementierungsprozesse ermöglicht es, Risiken bereits in der Planungsphase zu identifizieren und zu mitigieren.
Dadurch entstehen robuste, skalierbare und vertrauenswürdige Lösungen.
Die Präsentation betonte mehrfach die Bedeutung einer engen Partnerschaft zwischen HR und Legal. Legal sollte nicht als „Verhinderer“, sondern als Enablement-Faktor agieren.
Diese Zusammenarbeit schafft Struktur, Klarheit und Sicherheit – und stärkt zugleich das Vertrauen von Mitarbeiter:innen, Führungskräften und Stakeholdern.
Gemeinsame Kernbotschaften
Die abschließenden Kernbotschaften des Abends lassen sich klar zusammenfassen:
- Frühzeitige Einbindung von Legal ist entscheidend für erfolgreiche KI-Implementierungen.
- Eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen HR und Legal schafft Rechtssicherheit und Skalierbarkeit.
- Arbeitsrecht kann als strukturgebende Architektur für sichere KI-Lösungen dienen.
- Klare Prozesse und transparente Governance-Modelle werden zum strategischen Differenzierungsmerkmal.
Oder wie es in der Präsentation heißt: „Seien Sie der Legal Game Changer!“
Austausch auf Augenhöhe
Neben den fachlichen Impulsen bot der Abend Raum für intensiven Austausch und weiterführende Gespräche. Die Diskussionen zeigten deutlich, dass Unternehmen vor ähnlichen Herausforderungen stehen – und dass interdisziplinäre Zusammenarbeit der Schlüssel zu nachhaltigen Lösungen ist.
Für unsere HR-Community stellen wir gerne im Nachgang Fotos des Abends sowie die Präsentation „KI in HR – Legal als Game Changer“ zur Verfügung.
Wir bedanken uns herzlich bei allen Teilnehmer:innen sowie bei DORDA für die inspirierende Kooperation – und freuen uns darauf, den Dialog rund um verantwortungsvolle KI im HR weiterzuführen.
Anbei finden Sie Fotos sowie die Präsentation zum Download.
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